Freising (sm) – Einen rabenschwarzen Tag erlebten die Freisinger Judoka am vierten Kampftag der Bezirksliga-Nord. Nach ihrer bislang schwächsten Saisonleistung unterlagen die stark dezimierten Domstädter beim SC Gröbenzell mit 6:14 und rangieren mit nunmehr 1:7 Zählern weiterhin auf dem letzten Tabellenplatz.

Bei genauerer Betrachtung konnten die Domstädter sogar nur zwei Kämpfe im direkten Duell gewinnen. Gröbenzell war lediglich mit acht Kämpfern angetreten, weshalb die vier Punkte im Schwergewicht kampflos an den Judoclub gingen. Diese Vorstellung hinterließ neben enttäuschten Kämpfern und Betreuern auch einen ziemlich ratlosen Trainer. „Mit ganz wenigen Ausnahmen haben wir heute keine Einstellung gefunden und waren für Gröbenzell nicht mehr als ein Trainingspartner. Alles was wir im Training in den letzten Wochen ausprobiert haben, war auf einmal wie weggeblasen. Vor allem die fehlende Aggressivität gibt mir zu denken. Wir haben uns im ersten Durchgang einem ebenfalls personell stark angeschlagenen Gegner ja fast schon widerstandslos ergeben“, erklärte ein sichtlich konsternierter Stefan Steinsdorfer.

In der Tat machte es den Anschein, als wären die Freisinger kollektiv von der Frühjahrsmüdigkeit befallen. Nichts war zu sehen vom Kampfgeist und der Risikobereitschaft der vorangegangenen Begegnung gegen Kösching. „Ich erwarte, dass die Mannschaft beim letzten Heimkampf gegen Grafing ein anderes Gesicht zeigt und sich in voller Besetzung wieder auf ihre Tugenden besinnt. Wir haben vor eigenem Publikum einiges gutzumachen“, richtete der Freisinger Coach den Blick aber bereits wieder nach vorne auf das Saisonfinale am 14. Mai.

Schon im ersten Durchgang bekamen die Freisinger, die nach einer fast schon beispiellosen Absagenflut kurzfristig auch noch auf Leichtgewichtler Thomas Prinner verzichten mussten, keinen Fuß auf die Matte. 2:8 lautete der deprimierende Zwischenstand gegen eine bemerkenswert ausgeglichen besetzte Mannschaft des SC Gröbenzell.

Im zweiten Abschnitt änderte sich nicht viel. Die Gastgeber dominierten beim 6:4 erneut klar das Geschehen, der Judoclub bemühte sich aber zumindest um Schadensbegrenzung und erkämpfte sich zwei weitere Punkte. In der 73-kg-Klasse packte Chris Luigs seinen ganzen Frust über die eigene Vorstellung im ersten Kampf zunächst in eine Kontertechnik und gewann am Ende gegen Matthias Brettner mit einem Haltegriff. Und Tino Kittler sorgte mit einem Würgegriff gegen den Dan-Träger Martin Rassl wenigstens noch für eine positive Überraschung aus Freisinger Sicht.

Tino Kittler gegen Ksching